Seitdem ich gebor
en worden bin, lebe ich ununterbrochen. Meine Eltern sind meine Mutter und mein Vater …“
(aus einem Schulbuch)


V i t a
Fotovita 2)


Dafür gebe ich mein Herzblut !



 

 

 

 
V i t a

ALS ich begann, meinen Kindern Geschichten zu erzählen, wuchs unser Hausstand um allerlei magische Wesen an. Denn hast du erst einmal angefangen richtig hinzuschauen, kannst du sie gar nicht mehr übersehen: Nehmen wir einen alten Nussbaum im Garten, er ist groß wie ein Haus. Du legst dich im Baumhaus auf den Rücken, geduldig, beobachtest … und entdeckst die Zwergenfamilie in der Höhle im Ast über der Schaukel. Oder der Holunder. Dort leben die guten Hausgeister. Sie sind scheu, aber immer da.
In Vollmondnächten tanzen Elfen und Feen hoch oben in der Baumkrone der Hainbuche. Sie tragen glitzernde Kleidchen und hauchdünne Umhänge; einmal fand ich einen im Garten. Nur Kobolde leben hier keine, aber vielleicht halten sie sich auch nur zu gut versteckt …

SCHRIFTSTELLERIN zu werden war der erste Berufswunsch, an den ich mich erinnern kann. Noch vor Primaballerina. Ich sah mich schreibend, vorzugsweise unter einem Baum (Kirsch- oder Birnbaum, wegen des Proviants!), an einem Tisch (antik, honigfarben) mit Tischdecke (weiß, Spitzenborte). Darauf ein üppiger Strauß duftender, pastellfarbener Teerosen, eine Wasserkaraffe und ein Kristallglas. Der nahe Fluss gurgelt, die Vögel singen und gut erkennbar im Hintergrund: das schwedische/ südfranzösische/englische Landhaus aus der Wohnzeitschrift. Wahlweise konnte der Fluss natürlich auch ein Meer sein, die Vögel Möwen und das Haus in den Dünen der Hamptons stehen, ich war relativ offen für Vorschläge. Hauptsache, das Ambiente stimmte ...

SPÄTER
, als Diplom-Psychologin, hörte ich erst einmal viele Jahre den Geschichten anderer Menschen zu.
Endlich schreibe ich  meine eigenen auf ... und es gibt tatsächlich einen Holztisch, einen Baum, ein Haus und einen Fluss, nur anders, aber genau richtig.

WENN meine Erzählungen und Geschichten es schaffen, dass sich nur ein paar Kinder mehr abends auf die (Vor-)Lesezeit in ihrem Bettchen freuen, wenn sie Gespräche zwischen Eltern und Kindern anregen oder Ideen in den Familienalltag transportieren, wäre mir dies eine große Ehre und ein noch größerer Ansporn.

UND
 falls sich irgendwann einmal ein erwachsen gewordenes Kind an meine Bücher erinnert, weil es von ihnen in der Kindheit ein Stück begleitet, berührt oder beglückt worden ist, schlösse sich der Kreis.

 


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